Ein bekanntes Theaterstück aufzuführen ist das eine, das andere, seine ganze eigene Inszenierung daraus zu machen. Genau dieser Herausforderung stellte sich der Literaturkurs der Q1 unter der Leitung von Frau Bergmann und Frau Lindhorst.
Aus der Kriminalkomödie ,,Arsen und Spitzenhäubchen’’ entstand im Laufe des Schuljahres eine eigene Interpretation mit dem Titel ,,Arsen und Spitzenhäubchen - eine mörderisch gute Tat’’, welche die Essenz des Originals bewahrte und gleichzeitig viele neue Ideen aus dem Kurs aufgriff.
Bevor wir jedoch auf der Bühne standen, stand ein anderer Aspekt im Vordergrund. In den ersten Wochen des Kurses beschäftigten wir uns mit den Grundlagen des Schauspiels. Durch verschiedene Schauspielübungen lernten wir, unsere Stimme, Mimik und Körpersprache gezielt einzusetzen und ein besseres Gefühl für unser Auftreten auf der Bühne zu entwickeln. Mit jeder gemeinsamen Unterrichtsstunde lernten wir uns besser kennen und wuchsen als Kurs enger zusammen. Viele von uns mussten dabei anfangs ihre Komfortzone verlassen und sich auf ungewohnte Situationen einlassen. Erst später wurde uns bewusst, wie wichtig genau diese gemeinsame Grundlage für unsere spätere Arbeit am Theaterstück war.
Das Stück ,,Arsen und Spitzenhäubchen’’ erzählt die Geschichte der beiden liebenswert wirkenden Schwestern Martha und Abby Brewster, die aus Nächstenliebe einsame Männer vergiften und sie anschließend im Keller ihres Hauses begraben. Als ihr Neffe Mortimer dieses Geheimnis entdeckt, versucht er verzweifelt, die chaotischen Ereignisse unter Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig sorgen sein Bruder Teddy, der sich für Präsident Roosevelt hält, seine Schwester Josephine, die eine gesuchte Verbrecherin ist, sowie weitere Figuren für zahlreiche hektische und humorvolle Situationen.
Schon früh war für unseren Kurs klar, dass wir diese Geschichte nicht einfach übernehmen wollten. Neue Figuren, zusätzliche Szenen und eigene Ideen machten unsere Inszenierung zu etwas ganz Besonderem. Vor allem die Figur Teddy stand bei uns stärker im Mittelpunkt. Deshalb entwickelten wir eigene Militär- und PTBS-Szenen, die seine Vergangenheit zeigten und erklärten, warum er sich so verhält. Uns war wichtig zu zeigen, dass hinter seinem Verhalten mehr steckt als nur verrückte Ideen. Dadurch bekam seine Figur mehr Tiefe und neben dem schwarzen Humor des Originals wurden auch ernstere Themen wie Krieg und die Folgen traumatischer Erlebnisse aufgegriffen. Genau diese Mischung aus lustigen und nachdenklichen Momenten machte unsere Interpretation einzigartig.
Natürlich lief während den Proben nicht immer alles nach Plan.
Szenen wurden mehrfach umgeschrieben, Ideen verworfen und neue ausprobiert. Gerade dieser kreative Prozess machte den Kurs aber aus. Jeder brachte seine eigenen Vorschläge ein und so wurde aus einem bekanntem Theaterstück Schritt für Schritt unsere ganze eigene Variante des Stückes.
Als die Aufführung schließlich näher rückte, stieg die Aufregung von Tag zu Tag. Hinter der Bühne wurden noch einmal Texte wiederholt, Kostüme gerichtet und sich gegenseitig Mut gemacht. Mit dem Beginn der Aufführung rückte die Nervosität in den Hintergrund und wir konnten uns ganz auf das Spielen konzentrieren.
Die vielen Proben zahlten sich aus und das Publikum ließ sich auf unsere Variante des Stückes ein. Es wurde gelacht und an den ernsteren Stellen aufmerksam zugehört. Genau diese Reaktion des Publikums zeigten uns, dass sich die monatelange Arbeit gelohnt hatte.
Rückblickend war der Literaturkurs für uns viel mehr als nur Theater. Wir haben nicht nur gelernt, in verschieden Rollen zu schlüpfen, sondern sind auch als Kurs zusammengewachsen.
Ein großes Dankeschön an Frau Bergmann und Frau Lindhorst, die uns während des gesamten Schuljahres begleitet, unterstützt und immer wieder motiviert haben. Ohne ihre Geduld und ihr Engagement wäre unsere Version ,,Arsen und Spitzenhäubchen - eine mörderisch gute Tat’’ nicht das geworden, worauf wir heute gemeinsam stolz zurückblicken können.
Harshini Sankarraj, Q1


