Austauschschüler aus der Slowakei und Brasilien am MSM

In diesem Schuljahr besuchen drei Austauschschüler für ein halbes bzw. ganzes Jahr das MSM-Gymnasium. Rafael Canton Guimarães (17) aus dem brasilianischen Minas Gerais ist von Februar bis November in der Q1 bzw. inzwischen Q2, Anett Guzyová (16) aus der slowakischen Hauptstadt Bratislava von August bis Juli in der Q1 und Gabriella Bachega (16) aus São Paulo von August bis Januar in der Q1. Sie hatten in der Schule in ihrer Heimat bereits Deutschkenntnisse erworben und stellten sich in den letzten Monaten der großen Herausforderung, den deutschen Alltag und den Unterricht auf Deutsch mitzuerleben. Sie haben sich sehr gut in ihren Familien und in der Schule eingelebt, große Fortschritte in der deutschen Sprache gemacht und schon viele Erfahrungen gesammelt; aber auch sie selbst sind eine Bereicherung für unsere Schule, sei es durch Freundschaften und nette Begegnungen oder indem wir von ihnen Einiges über ihre Kultur und auch über unsere eigene Identität erfahren.

Im Folgenden stellt sich Anett kurz vor und schildert einige ihrer Eindrücke:
Warum hast du dich für einen einjährigen Austausch nach Deutschland entschieden?
Anett: Das war schon seit meiner Kindheit ein Traum von mir. Ich lerne seit 10 Jahren Englisch und seit 4 Jahren Deutsch. In der Slowakei lernen heute alle Schüler Englisch und danach entweder Deutsch oder Französisch oder Spanisch. Neben Englisch ist Deutsch die wichtigste Fremdsprache in der Slowakei, aber die Schüler betrachten Deutsch meist als eine sehr schwierige Sprache und deshalb ist Deutsch nicht so beliebt.
Welche Unterschiede siehst du zwischen der Schule in Deutschland und in deiner Heimat?
Anett: Ich glaube, das Niveau hier ist etwas höher. – Oder es kommt mir nur so vor, weil es für mich schwieriger ist als in meiner Muttersprache… Und im Unterricht müssen deutsche Schüler sich mehr beteiligen und diskutieren. In der Slowakei hören Schüler dem Lehrer einfach nur zu. Das Gymnasium beendet man in der Slowakei normalerweise nach 13 Jahren. Ich bin aber an einem bilingualen Gymnasium, an dem wir Geschichte, Naturwissenschaften und Mathe auf Deutsch (oder Englisch) lernen und erst nach 14 Jahren unser Abitur haben.
Was ist im deutschen Alltag anders als in der Slowakei?
Anett: In Deutschland fahren viel mehr Leute Fahrrad. Und in der Slowakei isst man nicht so viel Brot wie in Deutschland!
Welche Pläne hast du für dein Schuljahr in Deutschland und für deine Zukunft?
Anett: Ich möchte auf jeden Fall mein Deutsch noch weiter verbessern. Außerdem möchte ich noch weitere Städte kennenlernen; mit meiner Gastfamilie werde ich z.B. noch München und Hamburg besuchen. Nach meinem Jahr hier würde ich gerne noch einen Auslandsaufenthalt in den USA machen, z.B. für ein halbes Jahr. Und nach der Schule möchte ich studieren, vielleicht Architektur. Mal sehen…

Wir wünschen Anett, Rafael und Gabriella noch viele bereichernde Erfahrungen am MSM und in Deutschland und alles Gute für ihre Zukunft!
(A. Dietrich)